Vertretung vor dem italienischem Gericht von Personen, die nicht in Italien sind

Eine natürliche oder juristische Person, obwohl sie keine/kein Italienerin/Italiener ist, und obwohl sie sich nicht in Italien befindet, kann jedoch gezwungen sein, das italienische Gericht anzurufen, um die eigenen Rechte geltend zu machen. 

Dies geschieht in der Regel, wenn die Gegenpartei, das heißt die Person, die zur Geltendmachung belangt werden muss, keine italienische Staatsangehörigkeit hat, wohl aber den Wohnsitz oder die Residenz in Italien (oder sie hat eine andere Person in Italien beauftragt, sie vor Gericht zu vertreten);

Näher erklärt:

  • wenn man einen Schadenersatz aufgrund eines zivilrechtlichen Vergehens beansprucht, das in Italien stattgefunden hat (zum Beispiel: in Italien erlittene Schäden aufgrund von unterlassener Aufsichtspflicht einer Sache  oder eines Haustiers; erlittene Schäden aufgrund von Baufehlern eines Gutes, das in Italien hergestellt worden ist, erlittene Schäden, weil man in Italien mit Hochzeitsversprechen verführt worden ist, usw. …);   
  • wenn man Schadenersatz beansprucht aufgrund von einer Straftat herrührenden Schadens, wofür ein Strafverfahren in Italien eingeleitet worden ist (zum Beispiel: Diebstahl von Sachen, die von einem ausländischen Touristen während des Urlaubs  in ein italienisches Hotel gebracht wurden; mit einem in Italien stattgefundenen Umfall verbundene Schäden, die ein Ausländer in Italien erlitten  hat; usw. …)
  • wenn man Erbrechte infolge des Todes eines italienischen Bürgers beansprucht oder die Gegenstand von sich in Italien befindlichen Gütern sind:
  • bei Adoption (sowohl wenn diese von einem italienischen oder in Italien ansässigen Bürger angefordert wird als auch, wenn die zu adoptierende Person die Italienische Bürgerschaft hat oder in Italien ansässig ist);
  • wenn man die Vaterschaftsfestellung des eigenen Kindes anfordert, falls der  Vater die italienische Staatsangehörigkeit hat oder auch nur in Italien ansässig ist.

Für alle diese Fälle und viele mehr, kann die Bevollmächtigung auch fern übertragen werden, das heißt ohne Bedarf für den Kunden/die Kundin, nach Italien in unser Büro zu kommen.

Die Modalitäten zur Auftragserteilung sind folgende:

  1. das Einverständnis  zwischen den Parteien (Kunde/Kundin und Anwalt) über den Auftragsgegenstand und das Honorar kann per Email (info@studiocascianoguerrini.it), vorzugsweise auf Italienisch (oder Französisch oder Englisch) erreicht und dann in einen entsprechenden Vertrag übertragen werden, der zwangsmäßig in italienscher Sprache verfasst sein wird (bitte sehen Sie dazu den Abschnitt „Modelli“ in unserer Website);
  2. die erforderlichen Unterlagen können per Email oder Post geschickt werden, einschließlich die Genehmigung des Kunden, dass der Anwalt die persönlichen Daten verarbeiten darf (das heißt die Datenschutzrechtliche Einwilligung, die in einem von unserem Büro gelieferten und dafür vorgesehenen Formular gegeben werden muss);
  3. die Ernennungsurkunde zur Prozessvollmacht kann auch im Ausland mit Gültigkeit ausgestellt werden (und dann per Post an unser Anwaltsbüro geschickt werden).

Genauer erklärt:

  1. die Italienischen Bürger im Ausland können notarielle Dienstleistungen in den italienischen Konsularstellen im Ausland in Anspruch nehmen, so brauchen Sie nur diese Stellen mit einem Ausweis, der Steuernummer, den vollständigen Personalien des Anwalts und die für die Erkennung der Sache erforderlichen subjektiven und objektiven Elementen aufzusuchen;
  2. Personen, die keine italienische Staatsangehörigkeit haben, müssen hingegen zuerst einen Notar oder eine andere Amtsperson in Ihrem Land aufsuchen, damit diese ausdrücklich erklärt, dass die Vollmacht unter seiner Anwesenheit unterzeichnet worden ist, nachdem die Identität der unterzeichnenden Partei vom Notar (oder Amtsperson) festgestellt worden ist. Danach muss die Vollmacht ins Italienische übersetzt werden und die Konformität der Übersetzung muss festgestellt und beglaubigt werden (das bedeutet, dass ihre Gültigkeit auch in Italien anerkannt wird). 

Für alle diese weiteren Erfüllungen (Übersetzung, Konformitätsbescheinigung der Übersetzung und Beglaubigung) muss der Interessent die italienische Konsularstelle im Ausland aufsuchen, außer in dem Fall, dass sein Land zu den Ländern zählt, die die Haager Konvention vom 5. Oktober 1961 bestätigt haben, in diesem Fall muss man sich an die vom eigenen Land designierte zuständige Behörde wenden (in der Regel handelt es sich um das Außenministerium). 

Die Länder, die die Haager Konvention vom 5. Oktober ratifiziert haben sind folgende:

Albanien, Andorra, Antigua und Barbuda, Argentinien, Armenien, Australien, Osterreich, Aserbaidschan, Bahamas, Barbados, Belarus, Belgien, Belize, Bosnien und Herzegowina, Botswana, Brunei-Darussalam, Bulgarien, Capo Verde, China (Hong Kong), China (Macao), Zypern, Columbia, Costa Rica, Kroatien, Süd-Korea, Dänemark, Dominica, Ecuador, El Salvador, Estland, russische Föderation, Fiji, Finnland, Frankreich, Georgia, Deutschland, Japan, Großbritannien, Griechenland, Grenada, Honduras, Indien, Irland, Island, Cookinseln, Marshallinsel, Israel, Italien, Kasachstan, Kirgisistan, Lesotho, Lettland, Liberia, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Makedonien, Malawi, Malta, Mauritius, Mexiko, Moldau, Monaco, Mongolei, Montenegro, Namibia, Neuseeland, Niue, Norwegen, Oman, Panama, Niederlande, Peru, Polen, Portugal, Tschechien, Dominikanische Republik, Rumänien, Saint Kitts und Nevis, Saint Lucia, Saint Vincent und Grenadine, Samoa, San Marino, São Tomé und Príncipe, Serbien, Seychellen, Slowakei, Slowenien, Spanien, Südafrika, Suriname, Schweden, Schweiz, Swasiland, Tonga, Trinidad e Tobago, Türkei, Ukraine, Ungarn, USA, Vanuatu, Venezuela.

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